Herzlich willkommen auf der Webseite des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft.

Das Netzwerk steht allen interessierten studierenden, promovierenden, promovierten, habilitierenden und habilitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern offen – aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie aus den Nachbardisziplinen im gesamten deutschsprachigen Raum. Es engagiert sich seit 2017 u. a. in verschiedenen Arbeitskreisen, mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten und gemeinsamen Publikationen auf vielfältige Weise in Theorie und Praxis. Die 4. KriKoWi-Tagung zum Thema „Eigentum, Medien, Öffentlichkeit“ fand vom 12. bis 14. Mai 2022 in Wien statt.

Aktuelles

Neue Publikationen aus dem KriKoWi-Orga-Team!

Zum 50. Jubiläum der Otto-Brenner-Stiftng (OBS) erscheinen drei Sammelbände zu den zentralen Themen der Stiftungsarbeit. Im Sammelband „Welche Öffentlichkeit brauchen wir? Zur Zukunft des Journalismus und demokratischer Medien“ haben die KriKoWis Mandy Tröger, Hendrik Theine und Sebastian Sevignani einen Aufsatz beigesteuert. Unter dem Titel „Wer beherrscht die Medien? Zur Einfassung des Journalismus durch Technologiekonzerne“ wird am Beispiel der journalistischen Presse in Deutschland gezeigt, welche Macht Technologiekonzerne auf die Medien ausüben. Um dies zu verdeutlichen, knüpfen wir zunächst an konzeptuelle Überlegungen zum sogenannten media capture an – damit ist die Einflussnahmen auf den Journalismus mit dem Ziel der Beeinflussung des politischen Diskurses gemeint – und erweitern dieses Konzept, um die Dimensionen mittelbarer und indirekter Einflussnahme. So erstreckt sich ihr Einfluss nicht nur auf alle vor- und nachgelagerte Stufen der Wertschöpfung im Medienbereich, sondern auch auf die sozialen, kulturellen, rechtlichen und politischen Hintergrundbedingungen und Informationslandschaften, die Journalist:innen brauchen, um arbeiten zu können.

Der Beitrag findet sich hier.

Die KriKoWis Julia Polkowski und Sebastian Sevignani gehen im neuen Band „Schlüsselwerke: Theorien (in) der Kommunikationswissenschaft“ (2022), herausgegeben von Ralf Spiller, Christian Rudeloff und Thomas Döbler, der Bandbreite, Tiefe und Relevanz der Arbeiten des an Marx anschließenden und in Tradition kritischer Kapitalismus- und Gesellschaftstheorie stehenden Kommunikationssoziologen Horst Holzer (*1935 †2000) nach. Seine Vita ist deshalb von besonderer Bedeutung für das Fach, weil er von Berufsverboten betroffen war und – trotz ausgewiesener Qualität und Listenplätzen – nie eine Professur erhielt. Holzer bietet uns eine fünffache Funktionsbestimmung der Medien im Kapitalismus: Medien als Waren bilden ein profitables Feld der Kapitalakkumulation, sie haben eine Absatz- und Werbefunktion inne, dienen der Legitimation und Durchsetzung von Klasseninteressen und spielen eine Rolle bei der Reproduktion der ausgebeuteten Arbeitskräfte. Trotz des gesellschaftlichen Wandels ist von einer Kontinuität der fundamentalen Merkmale kapitalistischer Mediensysteme und der Medienorganisation auszugehen. Deshalb verwundert es kaum, dass Holzers Arbeiten nicht allein Anlass zur Kritik, sondern auch zur Weiterführung und Konkretisierung geben. In allen ‚Bausteinen‘ einer an Marx orientierten kritischen Kommunikationswissenschaft hat Holzer Pionierarbeit geleistet und zählt zu den Begründern einer, heute vor allem international lebendigen Tradition. Eine Einschätzung der Rezeption Holzers muss konstatieren, dass er vom Machtpol des (deutschsprachigen) Fachs, der von gegenläufigen wissenschaftlichen Paradigmen geprägt war, mehr ignoriert, oder durch Entzug der Reproduktionsbedingungen seines wissenschaftlichen Arbeitens verhindert, als intellektuell kritisiert wurde.

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KriKoWi Sebastian Sevignani hat zusammen mit Martin Seeliger zwei viel beachtete Publikationen zum Stand des aktuellen Strukturwandels der Öffentlichkeit herausgegeben. Im Sonderband 37 der Zeitschrift Leviathan (2021), stellt neben Beiträgen z.B. Silke van Dyk, Hartmut Rosa, Michael Zürn, Donatella della Porta, Nancy Fraser, Claudia Ritzi, Thorsten Thiel und Philipp Staab auch Jürgen Habermas, der mit seiner Habilitation 1962 das Thema in die Debatte brachte seine „Überlegungen und Hypothesen zu einem erneuten Strukturwandel der politischen Öffentlichkeit“ vor. Sebastian Sevignani bezieht sich auf seine Arbeiten teils kritisch, teils anknüpfend im Beitrag „Ideologische Öffentlichkeit im digitalen Strukturwandel“, wobei er insbesondere auf das Konzept der Hegemonie im Anschluss an Antonio Gramsci zurückgreift. Eine Auswahl der Beiträge wurde anschließend in der renommierten Zeitschrift Theory, Culture & Society (2022, Band 39, Ausgabe 4) veröffentlicht.

Hier finden sich die Links zu den Veröffentlichungen: https://doi.org/10.5771/9783748912187 & https://doi.org/10.1177/02632764221103516

Kritische PR-Forschung oder PR-Forschung in der Kritik?

Lisa Dühring und Melanie Malczok haben in ihrem Aufsatz „Public Relations aus Perspektive der kritischen Forschung“ eine Bestandsaufnahme kritischer PR-Forschung im Handbuch PR-Forschung publiziert.

Public Relations und insbesondere die Effekte unternehmerischer PR-Handlungen stehen seit jeher in der Kritik, negative Folgen für Öffentlichkeit, Politik und Gesellschaft zu haben. Die Vorwürfe gehen von der einseitigen Beeinflussung der Medien und damit der öffentlichen Meinung, über die unlautere Manipulation von politischen Entscheidungsträgern und Prozessen, bis hin zu Lüge, Betrug und Täuschung – alles um partikulare, meist ökonomische Interessen und Ziele durchzusetzen. Im Gegensatz zur Marketing- und Werbeforschung, wo diese Effekte schon länger kritisch reflektiert werden, fand die kritische Beschäftigung mit diesen Themen innerhalb der PR-Disziplin über viele Jahrzehnte nur in einer kleinen Wissenschaftscommunity statt. Die Autorinnen möchten dazu beitragen, eine kritische Perspektive auf PR für eine breitere wissenschaftliche Öffentlichkeit aufzuschließen. Dazu gibt der Beitrag einen Überblick über die verschiedenen Diskurse und Perspektiven der kritischen PR-Forschung. Er verortet die Ansätze wissenschaftsphilosophisch und führt in die relevanten Denkschulen ein. Diese werden systematisiert und ihre Kernaussagen und wichtigsten Diskurse nachgezeichnet. Diskutiert werden insbesondere die Kritische Theorie mit Bezug zur Frankfurter Schule, postmoderne und poststrukturalistische Ansätze, hier insbesondere feministische Medientheorien, sowie kritische kulturwissenschaftliche Ansätze und Diskurse.

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KriKoWi Uwe Krüger hat zusammen mit vier Bachelor-Studierenden der Kommunikations- und Medienwissenschaft (Pauline Köbele, Mascha Leonie Lang, Milena Scheller, Henry Seyffert) eine Studie zur Macht von Medieneigentümer:innen publiziert: Konkret geht es darum, wie zwölf erfahrene deutsche Medienjournalist:innen den aktuellen Regulierungsbedarf zur „inneren Pressefreiheit“ ansehen. Der Aufsatz in der Open-Access-Zeitschrift „Journalistik“ erörtert, wie demokratisch Medienhäuser intern verfasst sein sollten, stellt den Diskussionsstand zur inneren Pressefreiheit seit den 1960er Jahren dar und stellt die Ergebnisse aus zwölf qualitativen Interviews vor. 

Der Beitrag findet sich hier: https://journalistik.online/ausgaebe-3-2022/innere-pressefreiheit-revisited/

KriKoWi: talks „Die (Arbeits-) Bedingungen kritischer Wissenschaft“

In diesem KriKoWi-Talk beleuchteten wir zusammen mit Thomas Allmer (Universität Paderborn) und Tilman Reitz (Friedrich-Schiller Universität Jena) die Bedingungen, unter denen an Universitäten kritische Wissenschaft stattfindet. Anschauen lohnt sich, denn die Impulse schärfen den Blick auf die (eigenen) Arbeitsbedingungen an der Hochschule/ Universität. Hier alle Infos und der Link zur Aufzeichnung!

KriKoWi: talks „Antiziganismus in den Medien“

Die Aufzeichnung zur Veranstaltung zur „Antiziganismus in den Medien“ ist nun online, hier ein Nachbericht. Weitere Talks sind in Planung, stay tuned!

KriKoWi-Tagung in Wien – schön war’s!

Es waren zweieinhalb intensive Tage mit beeindruckenden Menschen und anregenden Beiträgen, wertvollen Impulsen und der für KriKoWi-Tagungen so fantastischen Diskussionskultur. Einige Eindrücke bekommt ihr bei Twitter und Instagram: #KriKoWien. Zur Tagungsdokumentation in Bildern einfach dem Link folgen. Mitschnitte des Eröffnungspodiums, der Keynotes und des Transform-Europe-Panels findet ihr auf unserem Youtube-Kanal. Und natürlich wird es wieder einen Tagungsband geben, der bei Westend erscheinen wird.


Weitere aktuelle Infos finden sich auf unserem Blog und auf diesen Kanälen: Twitter, Instagram, Facebook, Youtube.

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